Lukaschenko plädiert für Kompromisse im Ukraine-Krieg
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat sich für Verhandlungen und Zugeständnisse beider Seiten im Ukraine-Krieg ausgesprochen und militärische Siege als unrealistisch bezeichnet.


Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat sich im fortlaufenden Ukraine-Krieg für eine stärkere Kompromissbereitschaft von Seiten Russlands und der Ukraine ausgesprochen. Laut einem Interview mit dem Fernsehsender „Al Arabiya“, das am Montag veröffentlicht wurde, hält Lukaschenko einen militärischen Sieg für beide Kriegsparteien für unrealistisch. Er begründete seine Einschätzung mit dem Mangel an Soldaten auf beiden Seiten, trotz fortlaufender russischer Vorstöße.
Lukaschenko, ein enger Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin, betonte zudem, dass von belarussischem Territorium keine Gefahr für die Ukraine ausgehe. Diese Aussage steht im Kontrast zu Befürchtungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der angedeutet hatte, dass neue russische Angriffe von belarussischem Gebiet aus erfolgen könnten. Belarus hatte Russland im Jahr 2022 die Nutzung seines Territoriums für den Einmarsch in die Ukraine erlaubt und duldet die Stationierung russischer Atomwaffen.
Wichtige Fakten
| Punkt | Details |
|---|---|
| Lukaschenkos Aufruf | Kompromisse und Verhandlungen zwischen Russland und Ukraine |
| Militärischer Sieg | Laut Lukaschenko für beide Seiten unrealistisch |
| Belarus‘ Rolle | Erlaubnis für russische Invasion, Stationierung von Atomwaffen, keine Gefahr für Ukraine |
| Vermittlungsversuche | US-Präsident Donald Trump führt Gespräche mit Putin und Selenskyj |
| Selenskyjs Vorschlag | Treffen mit Putin in den USA |
Bemühungen um eine diplomatische Lösung
Unabhängig von Lukaschenkos Äußerungen gibt es weitere diplomatische Aktivitäten. US-Präsident Donald Trump berichtete von „sehr guten“ Telefonaten mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Trump äußerte die Hoffnung, „etwas tun zu können“, und deutete an, dass beide Seiten offen für Gespräche seien, ohne jedoch Details zu nennen. Trump hatte im Wahlkampf vor der US-Präsidentschaftswahl 2024 behauptet, den Krieg „innerhalb von 24 Stunden“ beenden zu können.
Selenskyj hat seinerseits Trump vorgeschlagen, Kremlchef Wladimir Putin zu einem Gespräch in den USA zu empfangen. Dies teilte Selenskyj in einer Videobotschaft auf X mit. Ein solches Treffen in den USA könnte es Putin nach Selenskyjs Worten schwerer machen, abzulehnen.
Gescheiterte Verhandlungsversuche
Vermittlungsversuche im seit über vier Jahren andauernden Ukraine-Krieg sind bisher weitgehend gescheitert. Selenskyj hatte bereits zuvor persönliche Treffen mit Putin vorgeschlagen, um über ein Kriegsende zu verhandeln. Moskau präferiert jedoch ein Treffen in der russischen Hauptstadt, was der ukrainische Präsident ablehnt. Zuvor hatte Selenskyj mitgeteilt, dass Putin einen Vorschlag für ein Treffen am Rande des G7-Gipfels im französischen Evian abgelehnt habe. Moskau habe „einmal mehr gezeigt, dass es nicht bereit ist, darüber zu sprechen“, erklärte Selenskyj damals. Putin selbst hatte Anfang des Monats betont, „keinen Sinn“ in einem Treffen mit Selenskyj zu sehen, solange kein Friedensabkommen vorliege.
Die Rolle Europas im Ukraine-Krieg wurde kürzlich von EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas in einem SPIEGEL-Gespräch thematisiert. Sie äußerte die Einschätzung, dass Russland in diesem Krieg „in einer Sackgasse angelangt“ sei.
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Quelle: Der Spiegel Kultur – Lukaschenko ruft Russland und Ukraine zu Kompromissen auf – https://www.spiegel.de/ausland/lukaschenko-ruft-russland-und-ukraine-zu-kompromissen-auf-a-4fc7faf9-2b06-4db6-914c-bfbe0fcf3f5a#ref=rss
Quelle
Der Spiegel Kultur Originalveroeffentlichung: 2026-06-16T02:52:00+00:00
Leonie Weber
Kino-News-Redakteurin
