Bibel-Druckfehler: Wenn ein Buchstabe die Sünde einlädt
Von der "Wicked Bible" bis zur "Kannibalenbibel" – folgenschwere Druckfehler in heiligen Schriften haben die Geschichte geprägt. Ein Blick auf die kuriosesten Fehltritte der Setzer.


Bibel-Druckfehler: Wenn ein Buchstabe die Sünde einlädt
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EXCERPT: Von der „Wicked Bible“ bis zur „Kannibalenbibel“ – folgenschwere Druckfehler in heiligen Schriften haben die Geschichte geprägt. Ein Blick auf die kuriosesten Fehltritte der Setzer.
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TAGS: Bibel, Druckfehler, Geschichte, Kuriositäten, Religion
SEO_TITLE: Bibel-Druckfehler: Kuriositäten aus der Geschichte der Heiligen Schrift
SEO_DESCRIPTION: Entdecken Sie die faszinierendsten und folgenschwersten Druckfehler in Bibel-Ausgaben, von der „Wicked Bible“ bis zur „Kannibalenbibel“, und ihre Auswirkungen.
MEDIA_QUERY: Historische Bibel mit deutlichen Druckfehlern
IMAGE_ALT: Eine historische Bibel mit sichtbaren Verfärbungen und deutlichen Druckfehlern auf den Seiten.
Die Geschichte der gedruckten Bibel ist nicht nur von tiefer Frömmigkeit und gelehrter Textarbeit geprägt, sondern auch von kuriosen und manchmal folgenschweren Druckfehlern. Diese „Sünden“ der Setzer haben im Laufe der Jahrhunderte zu Skandalen, Strafen und sogar der Vernichtung ganzer Auflagen geführt. Ein Streifzug durch die bedruckten Seiten offenbart, wie drei Buchstaben oder auch nur ein fehlendes Wort das Heilige ins Profane verkehren konnten.
Folgenschwere Fehltritte
Einer der berüchtigtsten Fälle ist zweifellos die Ausgabe von 1631, bekannt als die „Wicked Bible“. Der königliche Drucker Robert Barker erhielt den prestigeträchtigen Auftrag, die neue King-James-Bibel zu veröffentlichen. Doch ein fataler Druckfehler im sechsten Gebot – das Wort „not“ fehlte – machte aus „Du sollst nicht ehebrechen“ die Aufforderung „Du sollst ehebrechen“. Diese unbeabsichtigte Ermutigung zum Seitensprung kostete Barker seine Lizenz, eine empfindliche Geldstrafe und brachte ihn schließlich ins Schuldnerturm, wo er nach Jahren verstarb. Über tausend Exemplare der sündigen Ausgabe wurden eilig eingesammelt und verbrannt, was die erhaltenen Stücke heute zu extrem seltenen Sammlerobjekten macht.
Doch die „Wicked Bible“ enthielt noch weitere blasphemische Fehler. In Deuteronomium wurde aus der „greatness“ (Größe) des Herrn versehentlich „great-asse“ (großer Hintern), was die Gläubigen unweigerlich an die Herrlichkeit des Schöpfers in einem etwas… bodenständigeren Licht erscheinen ließ.
Deutsche Parallelen und weitere Sünden
Auch im deutschsprachigen Raum gab es ähnliche, wenn auch meist weniger drastische Fälle. Genau hundert Jahre nach dem englischen Eklat enthielt eine preiswerte Ausgabe der Canstein-Bibeln aus Halle an der Saale ebenfalls die Aufforderung „Du solt ehebrechen“. Die Auflage wurde zwar eingestampft, doch die Verleger kamen mit einer verkraftbaren Strafe davon. Dieses Ereignis gilt als der einzige wirklich spektakuläre Fall in deutschsprachigen Bibeln, was darauf hindeutet, dass der „Druckfehlerteufel“ im angelsächsischen Raum wohl ein häufigerer Gast war.
Die Geschichte der Druckfehler ist reich an Beispielen: Die „Sünderbibel“ von 1716 verdrehte aus „sin no more“ (sündige nicht mehr) ein „sin on more“ (sündige weiter). In der „Bibel der Ungerechten“ fehlte ebenfalls ein „not“, wodurch die Ermahnung im Korintherbrief zu einer seltsamen Einladung zur Ungerechtigkeit wurde. Eine Ausgabe von 1795 machte aus dem biblischen Rat „Lasst zuerst die Kinder satt werden“ die grausamere Aufforderung „Bringt zuerst die Kinder um“, als aus „be filled“ versehentlich „be killed“ wurde. Die „Narrenbibel“ von 1763 verwandelte gar einen Psalm in ein atheistisches Manifest, indem sie „keinen“ zu „einen“ änderte und so die Existenz Gottes in Frage stellte.
Harmlose Kuriositäten
Neben den Skandalen gibt es auch weniger gravierende, teils amüsante Fehler. In einer englischen Ausgabe von 1793 wurde aus dem Schlachten eines Rinds („beef“) das Köpfen einer einzelnen Biene („bee“) in Levitikus, was für ein eher kleines Opferritual sorgte. Eine Ausgabe von 1682 führte aufgrund des fehlenden „h“ in „hate“ (hassen) zur berüchtigten „Kannibalenbibel“, bei der die Wiederaufnahme einer geschiedenen Ehefrau nicht mehr mit Hass, sondern mit einer Art Kannibalismus assoziiert wurde. Und in einer US-Ausgabe von 1946 wurden aus „their own husbands“ durch ein abgebrochenes „n“ unbeabsichtigt „owl husbands“ (Eulen-Ehemänner), was dem Zusammenleben von Mensch und nachtaktivem Vogel gänzlich neue Perspektiven eröffnete.
Diese Fehltritte der Druckkunst zeigen, wie sensibel Sprache ist und wie selbst kleinste Abweichungen im Text weitreichende Konsequenzen haben können. Sie erinnern uns daran, dass auch heilige Schriften, so perfekt sie erscheinen mögen, menschlichen Irrtümern unterworfen sind.
Datos clave
| Fehlerkategorie | Beispiel | Auswirkung |
|—|—|—|
| Fehlendes Wort | „Du sollst ehebrechen“ (fehlendes „not“) | Lizenzentzug, Strafe, Vernichtung |
| Buchstabendreher | „great-asse“ statt „greatness“ | Blasphemische Interpretation |
| Wortvertauschung | „sin on more“ statt „sin no more“ | Sinnverdrehung der Ermahnung |
| Tippfehler | „owl husbands“ statt „own husbands“ | Kuriosität mit neuen Perspektiven |
Diese historischen Anekdoten mögen zwar filmisch anmuten, doch sie sind reale Beispiele dafür, wie Druckfehler die Rezeption und Interpretation von Texten beeinflussen können. Für Leser, die sich für die Geschichte des Buches und die Tücken seiner Verbreitung interessieren, bieten diese Beispiele faszinierende Einblicke in die Vergangenheit.
Fuente: DiePresse.com – Du sollst ehebrechen! Wie der Teufel des Druckfehlers in Gottes Wort pfuscht https://www.diepresse.com/28367940/du-sollst-ehebrechen-wie-der-teufel-des-druckfehlers-in-gottes-wort-pfuscht
Datos clave
| Punto | Detalle |
|---|---|
| Fuente | diepresse.com |
| Fecha | 2026-06-08T03:43:36+00:00 |
| Tema | Du sollst ehebrechen! Wie der Teufel des Druckfehlers in Gottes Wort pfuscht [premium] |
Quelle
diepresse.com Originalveroeffentlichung: 2026-06-08T03:43:36+00:00
Leonie Weber
Kino-News-Redakteurin
