Ulf Poschardt: „Es gibt zu viele Faule im Land, Drückeberger, die nichts riskieren“
Der ehemalige „Welt“-Herausgeber Ulf Poschardt äußert sich kritisch zur Arbeitsmoral und Risikobereitschaft in Deutschland und fordert eine Reduzierung staatlicher Eingriffe.


Der ehemalige Herausgeber der Zeitung „Welt“, Ulf Poschardt, hat sich in einem Interview mit dem stern deutlich kritisch zur aktuellen Situation in Deutschland geäußert. Seine Hauptkritikpunkte richten sich gegen eine vermeintlich mangelnde Risikobereitschaft und eine zu hohe Abhängigkeit vom Staat. Poschardt, der sich selbst als „Chefprovokateur des Landes“ bezeichnet, plädiert für eine radikale Veränderung der gesellschaftlichen und politischen Strukturen.
Poschardts Hauptthese: „Es gibt zu viele Faule im Land, Drückeberger, die nichts riskieren.“ Diese Aussage zielt auf eine verbreitete Mentalität ab, die er als hinderlich für Fortschritt und Innovation ansieht. Er kritisiert, dass viele Menschen vermeintlich nur auf staatliche Unterstützung oder Absicherung warten, anstatt selbst Initiative zu ergreifen und Risiken einzugehen. Diese Haltung, so Poschardt, führe zu Stagnation und einem Verlust an Dynamik in der Gesellschaft.
Por que importa
Der frühere „Welt“-Herausgeber geht sogar so weit, den Staat als „Feind“ zu bezeichnen, wenn es darum geht, individuelle Freiheiten und unternehmerische Aktivitäten einzuschränken. Poschardt fordert eine deutliche Verkleinerung des Staates und eine Abkehr von dem Gedanken, dass der Staat die Lösung für alle Probleme sei. Stattdessen müssten Individuen wieder mehr Verantwortung für sich und ihr Handeln übernehmen.
Ein weiterer Punkt in Poschardts Kritik ist die Rolle der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (ÖRR). Er spricht sich klar für deren Abschaffung aus und sieht darin einen weiteren Schritt zur Reduzierung staatlicher Einflussnahme und zur Förderung einer freieren Medienlandschaft. Nach seiner Ansicht behindern die ÖRR eine gesunde Marktentwicklung und Vielfalt im medialen Sektor.
Contexto
Poschardt betont, dass Zustimmung und Applaus ihn zwar schmeicheln könnten, aber nicht sein primäres Ziel seien. Er scheint die kontroverse Natur seiner Aussagen zu genießen und nutzt sie als Mittel, um Debatten anzustoßen und festgefahrene Denkmuster aufzubrechen. Seine provokanten Thesen sind Teil einer Strategie, die darauf abzielt, die „Brandmauer zu zertrümmern“ – eine Metapher, die er im Zusammenhang mit politischen und gesellschaftlichen Gräben verwendet.
Die Aussagen Poschardts spiegeln eine grundsätzliche Skepsis gegenüber kollektiven Lösungen und staatlichen Regulierungen wider. Er favorisiert einen Ansatz, bei dem Eigeninitiative, individuelle Verantwortung und freier Wettbewerb im Vordergrund stehen. Ob diese Haltung breite Zustimmung findet oder eher polarisiert, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass Poschardt mit seinen Thesen eine Debatte über die Zukunft der deutschen Gesellschaft und ihrer Strukturen angestoßen hat.
Wichtige Fakten
| Punkt | Beschreibung |
|---|---|
| Hauptkritik | Mangelnde Risikobereitschaft, zu viele „Drückeberger“ in Deutschland |
| Forderung an den Staat | Schrumpfung, weniger Eingriffe, Staat als „Feind“ der individuellen Freiheit |
| Medienkritik | Abschaffung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (ÖRR) |
| Persönliche Rolle | Selbstdarstellung als „Chefprovokateur“, Ziel: Debatten anstoßen |
| Grundhaltung | Betonung von Eigeninitiative, Verantwortung und freiem Wettbewerb |
Diese Debatte um die Arbeitsmoral und die Rolle des Staates ist für die Leser von Kino6 Community relevant, da sie Einblicke in gesellschaftliche Strömungen und die Diskussionen über die Rahmenbedingungen für Kreativität und Unternehmertum in Deutschland gibt, was indirekt auch die Film- und Medienbranche beeinflusst.
Quelle: Stern, https://www.stern.de/kultur/ulf-poschardt—der-staat-ist-nicht-die-loesung–er-ist-der-feind–37521422.html
Quelle
Stern Kultur Originalveroeffentlichung: 2026-06-12T22:01:00+00:00
Leonie Weber
Kino-News-Redakteurin
