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Robert Habeck äußert sich kritisch über Markus Söder und schlägt neue politische Ansätze vor

In einem Gespräch mit dem SPIEGEL blickt der ehemalige Wirtschaftsminister Robert Habeck auf seine politische Laufbahn zurück, teilt seine Gedanken zur aktuellen politischen Landschaft und äußert sich überraschend deutlich zu Markus Söder.

News Veroeffentlicht 11 Juni 2026 4 Min. Lesezeit Leonie Weber
Robert Habeck im Gespräch mit SPIEGEL-Moderator Markus Feldenkirchen
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Bundesminister a.D. Robert Habeck hat in einem ausführlichen Gespräch mit dem SPIEGEL offen über seine Gedanken zur politischen Zukunft Deutschlands und seine persönliche Entwicklung gesprochen. Dabei scheute er sich nicht, auch deutliche Worte über politische Mitbewerber zu finden.

Habeck im Gespräch mit Markus Feldenkirchen

Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat sich in einem Spitzengespräch mit dem SPIEGEL-Moderator Markus Feldenkirchen nachdenklich und gleichzeitig bissig gezeigt. Das Gespräch fand im Admiralspalast in Berlin statt und erstreckte sich über fast zwei Stunden. Habeck, der seit dem Spätsommer 2025 nicht mehr Mitglied des Bundestages ist, hat sich seitdem auf eine neue Phase außerhalb der direkten politischen Schaltstellen eingelassen. Er war an verschiedenen Universitäten tätig, unter anderem an der University of Pennsylvania, der Hebrew University in Jerusalem und der University of California, Berkeley. Aktuell arbeitet er am Dänischen Institut für Internationale Studien in Kopenhagen und betreibt seit Oktober 2025 sein eigenes Talkformat „Habeck live“ am Berliner Ensemble.

Kritik an Markus Söder

Auf die Frage, was er denn an CSU-Chef Markus Söder am meisten bewundere, zögerte Habeck nur kurz, bevor er eine klare und unmissverständliche Antwort gab: „Markus Söder gehört wirklich zu den Menschen, an denen ich nichts bewundere.“ Dieser Satz löste im Publikum Gelächter und Applaus aus und brachte Habeck selbst zum Schmunzeln. Die Bemerkung ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass Söder Habeck in der Vergangenheit als den schlechtesten Wirtschaftsminister bezeichnet hatte.

Über die Vergangenheit und Zukunft

Habeck betonte, dass ihn die Zukunft mehr interessiere als die Vergangenheit. Er sprach über seinen Einstieg in die Politik, den Aufstieg und die Arbeit an Büchern mit seiner Frau, der Schriftstellerin Andrea Paluch. Auch Themen wie das Ende der Ampelkoalition, Russland, die Ukraine und die Rolle der USA unter Donald Trump wurden angesprochen. Die Frage „Ist die Welt aus den Fugen?“ bildete dabei den thematischen Rahmen des Gesprächs.

Trump als Rätsel

Donald Trump bleibt für Habeck ein Rätsel. Er versuchte, Trumps Handeln, wie beispielsweise das Interesse an Grönland, mit dem Wunsch zu erklären, „das Territorium erweitern oder Kriege führen“ zu wollen. Letztlich sah Habeck darin einen Ausdruck von schierem Größenwahn.

Neue politische Ansätze

Habeck regte in dem Gespräch auch neue Formen des politischen Betriebs an. Er warf die Frage auf, was geschehen würde, wenn es im Bundestag keine feste Sitzordnung gäbe, um die Art und Weise zu verändern, wie Reden gehalten und wer angesprochen wird. Als weiteres Gedankenspiel schlug er vor, dass Parteien bereits im Wahlkampf Koalitionsverträge ausarbeiten könnten, um die Bürger weniger überrascht von den notwendigen Kompromissen nach der Wahl zu zeigen. Gleichzeitig räumte er ein, dass solche Ideen in der „Regellogik“ des politischen Alltags schwer umsetzbar seien.

Die Rolle der Liberalen

Das Gespräch berührte auch die aktuelle Situation der FDP und die mögliche Wahl von Wolfgang Kubicki zum neuen Vorsitzenden. Habeck betonte die Notwendigkeit einer „liberalen Kraft in Deutschland“, die andere Parteien nicht ersetzen könnten, auch wenn die Grünen einen starken rechtsstaatlichen Flügel hätten. Er sieht eine „klaffende Lücke im Zentrum der Demokratie“, die nicht zwischen CDU und AfD liege. Ob Kubicki die FDP wiederbeleben könne, ließ er offen, merkte aber an, dass er die FDP nicht zu der Partei machen werde, die Deutschland brauche. In diesem Zusammenhang wurde auch ein Filmausschnitt mit dem ehemaligen Verkehrsminister Volker Wissing gezeigt, der die Bedeutung des Kompromisses für die Demokratie hervorhob. Habeck zeigte sich angetan von Politikern wie Wissing, die „regierungsfähig“ seien und von denen Deutschland mehr gebrauchen könne.

Datos clave

Thema Inhalt
Gesprächspartner Robert Habeck und Markus Feldenkirchen (SPIEGEL)
Hauptkritikpunkt Markus Söder („an dem ich nichts bewundere“)
Neue politische Ideen Abschaffung der Sitzordnung im Bundestag, vorgezogene Koalitionsverträge im Wahlkampf
Zukünftige Ausrichtung Fokus auf Zukunft statt Vergangenheit, Notwendigkeit einer starken liberalen Kraft im Zentrum der Demokratie

Die Ausführungen Robert Habecks bieten einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt eines erfahrenen Politikers, der sich nach einer aktiven Rolle im Zentrum der Macht nun mit strategischen und konzeptionellen Fragen der politischen Gestaltung Deutschlands auseinandersetzt. Seine Kritik an etablierten politischen Figuren und seine Vorschläge für neue parlamentarische und wahlkampfbezogene Prozesse sind relevant für alle, die sich für die Entwicklung des deutschen politischen Systems interessieren.

Fuente: Der Spiegel Kultur – Robert Habeck im SPIEGEL-Gespräch: »Markus Söder gehört wirklich zu den Menschen, an denen ich nichts bewundere« – https://www.spiegel.de/politik/deutschland/robert-habeck-im-spiegel-gespraech-markus-soeder-gehoert-wirklich-zu-den-menschen-an-denen-ich-nichts-bewundere-a-c09cae1a-f534-4e37-9c47-3c399560490d#ref=rss

Quelle

Der Spiegel Kultur Originalveroeffentlichung: 2026-05-29T23:26:00+00:00