Proteste gegen Kushner-Bauprojekt in Albanien nehmen zu: Weitere Strafverfahren eingeleitet
Tausende protestieren an der albanischen Küste gegen ein Luxusresort von Ivanka Trump und Jared Kushner. Die Polizei leitet nach erneuten Demonstrationen weitere Strafverfahren ein.


In Albanien weiten sich die Proteste gegen das geplante Luxusresort des Trump-Schwiegersohns Jared Kushner und seiner Frau Ivanka Trump aus. Nach erneuten Demonstrationen in der Hauptstadt Tirana hat die Polizei nun Strafverfahren gegen 27 weitere Personen eingeleitet. Ihnen werden Verstöße gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit vorgeworfen.
Massive Kritik am Projekt
Seit Ende Mai formiert sich in Albanien Widerstand gegen den Bau eines exklusiven Ferienresorts auf der Insel Sazan an der Adriaküste. Tausende Menschen gingen am Freitagabend erneut auf die Straße, um gegen das Vorhaben zu protestieren. Viele Demonstranten trugen albanische Flaggen und Transparente mit der Aufschrift „Albanien ist nicht zu verkaufen“, „Streicht das Projekt“ und „Rama raus“, eine Anspielung auf den albanischen Regierungschef Edi Rama. Als Symbol der Protestbewegung wurden Plakate mit rosa Flamingos gezeigt.
Die Demonstranten fordern die Einstellung des Projekts und äußern Bedenken hinsichtlich der Umweltauswirkungen, da das Resort in der Nähe eines wichtigen Brutgebiets für Zugvögel, darunter Flamingos, entstehen soll. Einige Protestgruppen fordern inzwischen sogar den Rücktritt von Regierungschef Rama.
Frühere Strafverfahren gegen Demonstranten
Dies ist nicht die erste Reaktion der Behörden auf die Proteste. Anfang der Woche waren bereits Strafverfahren gegen 35 Demonstranten eingeleitet worden, die zuvor eine Autobahn blockiert hatten. Die Eskalation der Maßnahmen durch die Polizei und die zunehmende Zahl von Strafverfahren scheinen die Spannungen in der Region weiter zu verschärfen.
Hintergründe des Bauprojekts
Das Projekt, das von Kushners Unternehmen Atlantic Incubation Partners LLC vorangetrieben wird, sieht eine Investition von rund 1,4 Milliarden Euro vor. Auf der Insel Sazan, die einst als Militärbasis diente, soll ein Luxusresort entstehen. Die albanische Regierung hatte dem Immobilienprojekt im vergangenen Jahr durch die Verleihung des Status eines „strategischen Investors“ an Kushner Vorschub geleistet, um die Tourismuswirtschaft des Landes anzukurbeln. Kritiker werfen Jared Kushner und Ivanka Trump vor, die politische Nähe zur ehemaligen US-Präsidentschaft Donald Trumps für ihre eigenen Geschäftsinteressen genutzt zu haben. Die Insel Sazan selbst ist ein kleines, felsiges Eiland, das von Pinien und mediterraner Vegetation bedeckt ist.
Kontroverse um „Insel der Trumps“
Die Einheimischen nennen die Insel mittlerweile „Ishulli i Trumpëve“, was übersetzt „Insel der Trumps“ bedeutet. Diese Namensgebung unterstreicht die starke Assoziation der Bevölkerung mit der Familie Trump und dem umstrittenen Bauprojekt.
Wichtige Fakten
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Projekt | Luxusresort auf der Insel Sazan, Albanien |
| Investoren | Jared Kushner und Ivanka Trump (Atlantic Incubation Partners LLC) |
| Proteste | Tausende Demonstranten gegen Umweltauswirkungen und Einflussnahme |
| Polizeimaßnahmen | Strafverfahren gegen 27 weitere Demonstranten eingeleitet |
| Kritik | Umweltschutz, Nutzung politischer Verbindungen, Einfluss auf Rama |
Die Entwicklung in Albanien wirft ein Schlaglicht auf die komplexen Beziehungen zwischen großen internationalen Investitionen, lokalen Umweltbedenken und politischem Widerstand. Für deutsche Kino- und Entertainment-Interessierte ist die Berichterstattung über solche Projekte relevant, da sie Einblicke in globale Bauvorhaben mit Prominenzbezug und die damit verbundenen gesellschaftlichen Debatten gibt. Die Auseinandersetzungen um das Bauprojekt könnten auch Auswirkungen auf die Tourismusstrategie Albaniens und die Wahrnehmung internationaler Investitionen in der Region haben.
Quelle: Der Spiegel Kultur, https://www.spiegel.de/ausland/bauprojekt-von-ivanka-trump-und-jared-kushner-strafverfahren-gegen-weitere-27-protestierer-eingeleitet-a-03e2e380-bce0-4f2a-b6b4-230ad6092532#ref=rss
Quelle
Der Spiegel Kultur Originalveroeffentlichung: 2026-06-20T02:40:00+00:00
Leonie Weber
Kino-News-Redakteurin
