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Galeria Karstadt Kaufhof: Millionenkredit gesichert, aber Filialschließungen drohen

Die Warenhauskette Galeria erhält eine Finanzspritze von bis zu 160 Millionen Euro. Ein Sanierungsplan sieht jedoch weitere Schließungen vor, die bis zu 30 Kaufhäuser betreffen könnten.

News Veroeffentlicht 28 Juni 2026 4 Min. Lesezeit Leonie Weber
Innenansicht eines Galeria Kaufhof Warenhauses
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Die angeschlagene Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hat eine wichtige Hürde genommen: Eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro wurde gesichert. Diese Finanzspritze, bereitgestellt von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers und abgesichert durch Warenbestände, soll dem Unternehmen Luft zum Atmen verschaffen. Die Verhandlungen über diesen Kredit zogen sich über Wochen hin und waren an die Erstellung eines Sanierungsgutachtens geknüpft.

Trotz der finanziellen Entlastung ist der Weg für Galeria weiterhin steinig. Der neue Kredit ist an einen auf drei Jahre angelegten Sanierungsplan gebunden, dessen Umsetzung nun bevorsteht. Dieser Plan sieht vor, die Wirtschaftlichkeit jedes einzelnen Standorts genau zu prüfen und mit den Vermietern über Mietanpassungen und flexiblere Konditionen zu verhandeln.

Schließungen nicht ausgeschlossen

Geschäftsführer Tilo Hellenbock erklärte, dass das gesamte Filialnetz durchleuchtet werde, um sicherzustellen, dass jedes Haus künftig wirtschaftlich tragfähig ist. Als Hauptgrund für die anhaltenden Schwierigkeiten nennt das Unternehmen das schwache Konsumklima im stationären Einzelhandel. Berichten zufolge gelten etwa 30 der derzeit 83 Warenhäuser als „Wackelkandidaten“, die besonders intensiv geprüft werden sollen. Es wird erwartet, dass Galeria in drei Jahren ein deutlich kleineres Filialnetz unterhalten wird. Gleichzeitig wird aber auch die Möglichkeit erwogen, an früheren Standorten wieder Filialen zu eröffnen.

Finanzielle Details und Altlasten

Die genaue Aufteilung des neuen Geldes für Investitionen in die Filialen bleibt unklar. Zunächst soll ein bestehender Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital in Höhe von etwa 80 Millionen Euro abgelöst werden. Darüber hinaus belasten ausstehende Mietzahlungen das Unternehmen. Mehrere Vermieter hatten zuletzt reklamiert, dass Mieten nicht oder nur teilweise gezahlt wurden. Galeria begründete dies mit Liquiditätsschwankungen und bat um Stundungen. Während einige Vermieter berichten, die offenen Posten seien inzwischen beglichen, gibt es auch Stimmen, die von noch offenen Mietzahlungen für zwei Monate sprechen.

Zusätzlicher Kapitalbedarf besteht für die Beschaffung von Ware für die Herbst- und Wintersaison. Um die Umsätze anzukurbeln, hatte Galeria zuletzt mit umfangreichen Rabattaktionen versucht, Kunden anzulocken.

Mögliche Folgen für Mitarbeiter und Vermieter

Weitere Filialschließungen könnten erhebliche zusätzliche Kosten verursachen, insbesondere durch Sozialpläne und Abfindungszahlungen für Mitarbeiter. Auch Entschädigungszahlungen an Vermieter könnten anfallen. Bereits im März war angekündigt worden, dass die Mietverträge von acht Filialen neu verhandelt werden sollen, wobei Schließungen nicht ausgeschlossen wurden. Galeria beschäftigt derzeit rund 12.000 Menschen.

Historie der Krise

Anfang 2024 meldete der Konzern zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz an. Hauptursache war die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden bereits neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Durch Verhandlungen mit den Vermietern konnte die Mietlast bereits deutlich gesenkt werden.

Ausblick

Bernd Beetz äußerte sich vorsichtig optimistisch: „Wir haben jetzt den kurzfristigen Fortbestand gesichert, aber wir wollen auch eine langfristige und belastbare Zukunftsperspektive schaffen.“ Er betonte jedoch, dass die Rahmenbedingungen für die Warenhauskette im vergangenen Jahr „besonders ungünstig“ gewesen seien. Gordon Brothers ist im Sektor kein Unbekannter; das Unternehmen organisierte bereits früher den Abverkauf in Kaufhof- und Karstadt-Filialen vor deren Schließung.

Wichtige Fakten

Aspekt Details
Kreditfinanzierung Bis zu 160 Millionen Euro von Gordon Brothers
Sanierungsplan Drei Jahre Laufzeit, Prüfung der Filialrentabilität
Mögliche Schließungen Bis zu 30 der 83 Warenhäuser betroffen
Mitarbeiterzahl Rund 12.000
Aktuelle Eigentümer NRDC, Beteiligungsfirma von Bernd Beetz

Für die Leser von Kino6 Community mag diese Nachricht auf den ersten Blick nicht direkt themenrelevant erscheinen. Dennoch spiegelt die Entwicklung bei Galeria Karstadt Kaufhof eine breitere wirtschaftliche Unsicherheit wider, die auch die Unterhaltungsbranche beeinflussen kann. Konsumzurückhaltung, wie sie im Einzelhandel herrscht, kann sich auf die Ausgaben für Kinobesuche, Streamingdienste und andere Freizeitaktivitäten auswirken. Die finanzielle Gesundheit großer Handelsunternehmen ist oft auch ein Indikator für die allgemeine Konsumlaune in der Bevölkerung.

Quelle: Der Spiegel Kultur, https://www.spiegel.de/wirtschaft/kaufhauskette-galeria-bekommt-millionenkredit-aber-schliessungen-geplant-a-20702bea-570e-4f2c-aa33-19df77c5103d#ref=rss

Quelle

Der Spiegel Kultur Originalveroeffentlichung: 2026-06-25T22:57:00+00:00