David Duchovny in München: Ehrenpreis für „Akte X“-Star und Plädoyer fürs Verlieren
Der Schauspieler David Duchovny wurde auf dem Filmfest München mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet. Er nutzte die Gelegenheit, um über die Bedeutung des Verlierens zu sprechen und übte Kritik an der "Gewinner"-Mentalität.


Ehrenpreis für David Duchovny
Beim diesjährigen Filmfest München wurde der US-amerikanische Schauspieler David Duchovny, bekannt aus Kultserien wie „Akte X“ und „Californication“, mit dem renommierten CineMerit Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Die Ehrung fand im Rahmen der Preisverleihungen des Festivals statt, das rund 130 Filme aus 56 Ländern präsentierte.
Duchovnys überraschende Rede
In seiner Dankesrede sorgte der 65-jährige Schauspieler für Aufsehen, indem er sich nicht auf Erfolge, sondern auf das Verlieren konzentrierte. „Es sind der Schmerz und der Verlust, die uns vereinen – nicht Erfolg oder große Höhenflüge“, betonte Duchovny. Er rief dazu auf, die Angst vor dem Scheitern zu überwinden und sich gegenseitig zu unterstützen, auch in schwierigen Zeiten. „Lasst uns doch mal verlieren. Lasst uns verlieren, uns gegenseitig umarmen und sagen: Wir sind alle Verlierer. Können wir uns jetzt liebhaben?“, so der Schauspieler.
Kritik an der „Gewinner“-Mentalität
Duchovny spielte damit auf die von ihm als übertrieben empfundene „Gewinner“-Mentalität an, die er unter anderem mit der Rhetorik von Politikern wie Donald Trump assoziierte. „Amerika gilt ja als Gewinnernation“, sagte Duchovny, und hinterfragte diese ständige Fokussierung auf den Sieg. Er plädierte für mehr Empathie und Gemeinschaft, die seiner Meinung nach nicht durch Erfolge, sondern durch gemeinsame Erfahrungen des Scheiterns entstehen.
Würdigung durch John Lee Hancock
Zuvor hatte Regisseur John Lee Hancock, der Duchovny in einer Laudatio würdigte, dessen vielfältiges Talent als Schauspieler, Autor, Sänger, Songwriter, Drehbuchautor und Regisseur hervorgehoben. Hancock scherzte, dass die schiere Auflistung von Duchovnys Tätigkeiten ihn selbst wie einen „totalen Faulpelz“ erscheinen lasse.
Filmfest München: Weitere Preisträger
Neben Duchovnys Ehrenpreis wurden auf dem Filmfest München weitere Auszeichnungen vergeben. Der CineMasters Award ging an das Drama „Von Scham und Geld“ von Visar Morina, das die Geschichte einer Familie im Kosovo erzählt. Der mit 100.000 Euro dotierte CineCoPro Award, der internationale Filme mit deutscher Beteiligung ehrt, wurde an die deutsche Koproduktion „Strange River“ des katalanischen Regisseurs Jaume Claret Muxart verliehen. Der Film, der unter anderem in Lauingen gedreht wurde, handelt von einer Radtour entlang der Donau.
David Duchovny in „See You When I See You“
Der Star aus „Akte X“ war auf dem Filmfest München auch im Abschlussfilm „See You When I See You“ zu sehen. In diesem Film verkörpert Duchovny einen Vater, der den Tod seiner Tochter verarbeiten muss.
Wichtige Fakten
| Thema | Details |
|---|---|
| Auszeichnung | CineMerit Award |
| Preisträger | David Duchovny |
| Veranstaltungsort | Filmfest München |
| Kernbotschaft Duchovnys | Bedeutung des Verlierens und Gemeinschaft statt nur Erfolgsfokussierung |
| Weitere Preise | CineMasters Award für „Von Scham und Geld“, CineCoPro Award für „Strange River“ |
Die Auszeichnung von David Duchovny und seine ungewöhnliche Rede über das Verlieren bieten eine interessante Perspektive auf Erfolg und Gemeinschaft, die auch für Kinofans und Serienliebhaber in Deutschland relevant ist. Sie regt zum Nachdenken über die oft überbetonte „Gewinner“-Mentalität in der Unterhaltungsindustrie und im öffentlichen Leben an.
Quelle: Der Spiegel Kultur – David Duchovny: „Akte X“-Star bekommt bei Filmfest in München Ehrenpreis – und spricht übers Verlieren (https://www.spiegel.de/panorama/david-duchovny-akte-x-star-bekommt-bei-filmfest-in-muenchen-ehrenpreis-und-spricht-uebers-verlieren-a-22bf761e-dac4-453a-89ef-4c441b75b776)
Quelle
Der Spiegel Kultur Originalveroeffentlichung: 2026-07-05T01:46:00+00:00
Leonie Weber
Kino-News-Redakteurin
