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Niedrigwasser auf Rhein und Main: Wie die Trockenheit die Filmlogistik belastet

Die anhaltende Trockenheit zwingt Binnenschiffer zu Umstieg auf Lkw. Das hat auch Folgen für die Filmbranche – von Transporten für Dreharbeiten bis zur Versorgung von Kinos.

News Veroeffentlicht 30 Juli 2026 3 Min. Lesezeit Leonie Weber
Trockengefallenes Flussbett mit einem Containerschiff auf dem Rhein bei Niedrigwasser
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Die anhaltende Trockenheit in Deutschland hat nicht nur die Landwirtschaft und die Trinkwasserversorgung im Griff – sie trifft auch die Binnenschifffahrt auf Rhein und Main. Das Logistikunternehmen Contargo hat wegen des Niedrigwassers die Container-Transporte mit Binnenschiffen stark eingeschränkt. Für die Filmbranche bedeutet das: Verzögerungen und höhere Kosten bei Transporten von Equipment, Baumaterialien für Sets oder Verpflegung für Dreharbeiten. Auch Kinos, die auf regelmäßige Warenlieferungen angewiesen sind, spüren die Folgen.

Contargo stoppt Container-Schiffe – auch für die Filmbranche relevant

Nach Angaben von Contargo-Regionaldirektor Kawus Khederzadeh werden ab den Häfen Frankfurt-Ost, Industriepark Höchst, Mainz-Gustavsburg und Koblenz keine Containerschiffe mehr losgeschickt. Die Container werden stattdessen mit Lastwagen nach Neuss oder Emmerich gebracht, wo auf dem Mittelrhein noch Containerschiffe fahren können. Diese Umstellung verursacht Mehrkosten von mehr als 1000 Euro pro Container. „Unsere Binnenschiffe sind ökologisch und ökonomisch betrachtet der beste Verkehrsträger“, sagte Khederzadeh der F.A.Z. „Doch jetzt müssen wir auf Lkw ausweichen, was die Kosten für alle Waren in die Höhe treibt – auch für die Filmbranche.“

Mehrkosten durch Lkw-Transporte treffen auch Verbraucher

Die Mehrkosten für den Transport werden nach Einschätzung des Logistikers früher oder später an die Verbraucher weitergegeben. „Diese Kosten zahlen wir alle“, so Khederzadeh. Für Filmproduktionen bedeutet das: Teurere Transporte für aufwändige Sets, Kameras, Tontechnik oder Catering. Kinos wiederum bekommen höhere Frachtkosten für Lieferungen von Filmmaterial, Popcorn oder Getränken. Die Reederei Primus-Linie mit Sitz in Frankfurt, die auch Fahrten auf dem Main anbietet, kann wegen der Staustufen zwar noch anlegen, aber auf dem Rhein müssen die Routen neu bewertet werden. Geschäftsführerin Marie Nauheimer erklärte, dass die Lage kontinuierlich geprüft werde.

Schienenverkehr ausgebucht – Alternativen für die Filmlogistik

Contargo bietet vom Frankfurter Osthafen und vom Industriepark Höchst auch Güterzug-Verbindungen nach Hamburg, Rotterdam und Antwerpen an. Diese sind jedoch „bis Mitte August ausgebucht“, so Khederzadeh. Die Einrichtung von „Landbrücken“ mit Lastwagen habe sich in der Vergangenheit bewährt – etwa während des Niedrigwassers 2018, als Contargo von April bis September Container auf diesem Weg befördern ließ. Für die Filmbranche bleibt derzeit nur der teurere Lkw-Transport, sofern keine frühzeitige Buchung von Schienenkapazitäten möglich ist.

Was noch unklar ist: Wie lange hält die Trockenheit an?

Die Wetterprognosen lassen keine schnelle Rückkehr zum Schiffstransport erwarten. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes bleiben die Temperaturen in den kommenden Wochen hoch, ergiebiger Regen ist nicht in Sicht. Unklar ist, ob die Pegelstände auf dem Rhein weiter sinken und ob dann auch die letzten Binnenschiffe auf dem Main eingestellt werden müssen. Die F.A.Z. berichtete, dass großvolumige flüssige Rohstoffe noch transportiert werden, aber die Mengen sind reduziert. Für die Filmbranche bleibt abzuwarten, ob alternative Lieferketten – etwa über das Schienennetz – noch rechtzeitig aufgebaut werden können.

Daten und Fakten zur Niedrigwasser-Lage

Punkt Detail
Quelle FAZ Feuilleton, 30.07.2026
Betroffene Häfen Frankfurt-Ost, Industriepark Höchst, Mainz-Gustavsburg, Koblenz
Maßnahme Contargo stoppt Container-Schiffe; Umstieg auf Lkw nach Neuss/Emmerich
Mehrkosten Über 1000 Euro pro Container
Alternative Güterzüge nach Hamburg, Rotterdam, Antwerpen – bis Mitte August ausgebucht
Relevanz Film Transport von Sets, Technik, Catering für Dreharbeiten; Kino-Versorgung betroffen

Quelle: FAZ Feuilleton, „Anhaltende Trockenheit: Niedrigwasser: Binnenschiffer stellen auf Lastwagen um“, 30.07.2026, https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/wirtschaft/niedrigwasser-im-main-binnenschiffer-stellen-auf-lastwagen-um-accg-201076528.html

Quelle

FAZ Feuilleton Originalveroeffentlichung: 2026-07-30T11:17:57+00:00