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Abschiebegefängnis „Alligator Alcatraz“ in Florida geschlossen

Das umstrittene Abschiebegefängnis in den Everglades, das für seine harten Bedingungen bekannt war, hat nach weniger als einem Jahr seinen Betrieb eingestellt.

News Veroeffentlicht 26 Juni 2026 3 Min. Lesezeit Leonie Weber
Luftaufnahme des Abschiebegefängnisses "Alligator Alcatraz" in den Everglades, Florida.
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Nach knapp einjährigem Betrieb hat das berüchtigte Abschiebegefängnis „Alligator Alcatraz“ in Florida seine Pforten geschlossen. Gouverneur Ron DeSantis erklärte, die Einrichtung habe ihren Zweck erfüllt und keine Insassen mehr. Die Schließung erfolgt inmitten anhaltender Kritik von Menschenrechts- und Umweltorganisationen sowie aufgrund der bevorstehenden Wirbelsturm-Saison.

Harte Bedingungen im Sumpfgebiet

Das im Juli 2025 auf einem ehemaligen Flugplatz in den Everglades errichtete Gefängnis stand symbolisch für die harte Migrationspolitik der damaligen US-Regierung unter Donald Trump. Die Wahl des Standorts wurde mit der abschreckenden Wirkung der unwirtlichen Umgebung begründet, die eine Flucht erschweren sollte. Der Name „Alcatraz“ spielte auf das legendäre Hochsicherheitsgefängnis in der Bucht von San Francisco an.

Menschenrechtsorganisationen und ehemalige Insassen berichteten wiederholt von Misshandlungen, mangelnder Hygiene und käfigartigen Zellen. Die Regierung wies diese Vorwürfe zurück und bezeichnete die Einrichtung als notwendig zur Abschiebung „gefährlicher Leute“. Laut Gouverneur DeSantis wurden mehr als 22.000 Insassen durch das Zentrum geschleust.

Umweltbedenken und Kosten

Neben den menschenrechtlichen Bedenken kritisierten Umweltschützer und Angehörige des Stammes der Miccosukee die Einrichtung wegen ihrer Bedrohung des empfindlichen Ökosystems der Everglades. Eine Klage gegen das Zentrum scheiterte im September 2025.

Die geschätzten Kosten des provisorischen Baus und Betriebs beliefen sich auf über eine Milliarde Dollar, was ebenfalls für erheblichen Unmut sorgte.

Verlegung der Insassen und Wetterbedingung

Die Einwanderungsbehörde ICE begründete die Verlegung der verbleibenden Migranten in andere Einrichtungen mit der nahenden Wirbelsturm-Saison. Dies deutet darauf hin, dass die Infrastruktur des provisorischen Gefängnisses möglicherweise nicht ausreichend auf extreme Wetterbedingungen ausgelegt war.

Die Schließung von „Alligator Alcatraz“ wirft erneut die Frage nach der Effektivität und Humanität von Abschiebepraktiken auf und unterstreicht die anhaltenden Debatten über Migrationspolitik in den USA.

Wichtige Fakten

Merkmal Details
Name des Gefängnisses „Alligator Alcatraz“
Standort Everglades, Florida, USA
Eröffnung Juli 2025 (provisorischer Bau)
Schließung Juni 2026
Kritikpunkte Menschenrechtsverletzungen, Umweltbedenken, hohe Kosten
Begründung für Schließung Erfüllung des Zwecks, bevorstehende Wirbelsturm-Saison

Die Schließung dieses symbolträchtigen Abschiebegefängnisses könnte ein Signal für eine mögliche Neubewertung der Abschiebepolitik sein, auch wenn die genauen Gründe und zukünftigen Maßnahmen noch unklar sind. Für Leser von Kino6 Community ist dies ein Beispiel, wie politische Entscheidungen und deren Umsetzung auch im Unterhaltungssegment für Diskussionsstoff sorgen können, sei es in Dokumentationen oder fiktiven Darstellungen von Grenzkontrollen und Migrationsdramen.

Quelle: Der Spiegel Kultur – Florida: Berüchtigter Abschiebeknast »Alligator Alcatraz« ist geschlossen – https://www.spiegel.de/ausland/florida-beruechtigter-abschiebeknast-alligator-alcatraz-ist-geschlossen-a-8c2ed33e-6136-4493-b49d-5ece229d2f8e#ref=rss

Quelle

Der Spiegel Kultur Originalveroeffentlichung: 2026-06-25T22:35:00+00:00