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Kolumbien vor Rechtsruck: Abelardo de la Espriella gewinnt Präsidentenwahl

Der rechtsextreme Kandidat Abelardo de la Espriella hat nach vorläufigen Ergebnissen die Stichwahl um das Präsidentenamt in Kolumbien gewonnen und deutet einen scharfen politischen Kurswechsel an.

News Veroeffentlicht 24 Juni 2026 3 Min. Lesezeit Leonie Weber
Abelardo de la Espriella, wird voraussichtlich neuer Präsident Kolumbiens
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Kolumbien steht nach der Stichwahl um das Präsidentenamt offenbar vor einem deutlichen politischen Rechtsruck. Der von Donald Trump unterstützte Kandidat Abelardo de la Espriella liegt nach Auszählung fast aller Stimmen knapp vor seinem linken Gegenkandidaten Iván Cepeda. Sollte sich das Ergebnis bestätigen, wird de la Espriella am 7. August den bisherigen linken Präsidenten Gustavo Petro ablösen, der laut Verfassung nicht zur Wiederwahl antreten durfte.

Wichtige Fakten

Stichpunkt Details
Wahlsieger (vorläufig) Abelardo de la Espriella
Gegenkandidat Iván Cepeda
Ergebnis Stichwahl De la Espriella: 49,7 %, Cepeda: 48,7 %
Amtsantritt August
Politische Ausrichtung Rechtsruck, rechtsgerichtet

Ein scharfer Kurswechsel
Der 47-jährige Abelardo de la Espriella, der sich selbst als „Der Tiger“ bezeichnet, will einen militärisch härteren Kurs gegen bewaffnete Gruppen fahren und setzt in der Wirtschaftspolitik auf Deregulierung. Seine angekündigten Maßnahmen zur Bekämpfung des Drogenhandels und der Kriminalität umfassen auch die Bekämpfung von Guerillagruppen mittels Luftangriffen sowie die Errichtung von Mega-Gefängnissen, ähnlich wie in El Salvador. De la Espriella kündigte an, eine 90-tägige Militäroffensive mit Bombardierungen und der Zerstörung von Kokaplantagen zu starten und dafür Unterstützung von den USA und Israel zu suchen.

Por que importa

Internationale Unterstützung und Beziehungen
Im Wahlkampf erhielt de la Espriella die „vollständige und totale Unterstützung“ von US-Präsident Donald Trump. Nach Bekanntwerden der ersten Ergebnisse sprach de la Espriella bereits mit Trump und berichtete von dessen Unterstützung und Anerkennung des Sieges. Auch US-Außenminister Marco Rubio gratulierte dem Wahlsieger. Die Beziehungen zwischen Kolumbien und den USA hatten sich unter der Amtszeit von Gustavo Petro verschlechtert, unter anderem wegen militärischer US-Aktionen gegen mutmaßliche Drogenboote, bei denen auch kolumbianische Staatsbürger getötet wurden.

Gewalt und politische Instabilität
Die Wahl fand in einem von Gewalt geprägten Umfeld statt. Kolumbien erlebt die schlimmste Gewaltwelle seit einem Jahrzehnt. Zehn Jahre nach dem Friedensschluss mit der Farc-Guerilla sind weiterhin zahlreiche bewaffnete Gruppen aktiv, darunter Abspaltungen der FARC, rechte paramilitärische Gruppierungen und Drogenkartelle.

Contexto

Hintergrund der Wahl
Rund 41 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, über die Zukunft des Landes zu entscheiden. De la Espriella war bereits in der ersten Wahlrunde überraschend auf dem ersten Platz gelandet, vor Senator Cepeda. Die Entwicklung in Kolumbien, das als einer der größten Kokainproduzenten der Welt gilt, wird international aufmerksam verfolgt.

Quelle: Der Spiegel Kultur, https://www.spiegel.de/ausland/praesidenten-wahl-in-kolumbien-abelardo-de-la-espriella-liegt-in-stichwahl-knapp-vor-ivan-cepeda-a-7ce25578-c6b5-4004-9a79-894969aae06d#ref=rss

Quelle

Der Spiegel Kultur Originalveroeffentlichung: 2026-06-22T01:19:00+00:00